Neue Mulchauflage auf der Finnenbahn

Keine Schlammschlacht mehr!

Eine schrittdämpfende und gleichzeitig wetterfeste Auflage sind die wichtigste Eigenschaften einer fachgerechte gebauten Finnenbahn

Die Teilnehmer/innen  des Finnenbahn-Meetings 2017 werden sicherlich noch mit kribbeligem Gefühl in der Magengrube an die vorjährige Schlammschlacht auf völlig aufgeweichter Bahn zurückdenken. Alte Finnenbahn-Hasen  dürften vielleicht die kritische Frage gestellt haben, wie es nach 23 Austragungsjahren dieses beliebten Staffel-Events zu solch extrem schlechter Belaufbarkeit der Finnenbahn kommen konnte. Hierzu ein offenes Wort:

Als wir zu Beginn der neunziger Jahre unsere Kommune von vom gesundheitssportlichen Nutzen einer Finnenbahn überzeugten u nd sehr bald die Entscheidung zu einer solchen 1000m langen Sportanlage fiel, überließen wir-  was den fachtgerechte Bau der Rundbahn betrifft– nichts dem Zufall. Wir nahmen mit dem Institut für Sporstättenbau in Magglingen/Schweiz, das damals eine europaweite Vorreiterstellung  i.S. Finnenbahnbau innehatte, Kontakt auf und wurden bestens beraten. Unser örtliche Gartenbauer Jürgenliemke setzte die Vorgaben des Schweizer Fachinstitutes gekonnt um und so bekamen wir eine nach dem aktuellsten Stand gebaute Finnenbahn, auf der wir schon  kurze Zeit nach der Eröffnung, am 12.10.94  das erste Finnenbahn-Meeting starteten.

Wieder fachgerecht geschüttet und mit neu glänzender Aufschrift überm Finnenbahntor wartet unsere Finnenbahn auf des 24. Meeting im Herbst

Aber unsere Finnenbahn zeigte uns bei all ihren guten Eigenschaften sehr bald eine Tücke, mit der man bisher andererorts offenbar kaum Bekanntschaft gemacht hatte. Im Gegensatz zu den meisten Finnenbahnen, die in hügeligen oder leicht gewellten Gebieten angelegt sind, liegt unsere Bahn auf völlig flachem Gelände unmittelbar neben einem sehr feuchten Teich- und Sumpfgebiet. Der Boden direkt neben diesem Feuchtgebiet ist natürlich kaum anders als im direkt danebenliegenden Sumpf. So litt unsere erste Mulchauflage schon sehr bald unter einer gewissen Dauerfeuchtigkeit, die bereits im ersten Winter zu einem Aufquellen der Auflage und letztlich zur streckenweise Versumpfung der Bahn führte. Neues Mulch aufzubringen, brachte nichts, denn auch die Neuauflage quoll in kurzer Zeit auf und verschlammte ebenfalls.  Berechtigte Kritik kam auf, und wir setzten uns erneut mit dem Schweizer Institut  in Verbindung. Man riet man uns von dort, bei der Mulchauflage unbedingt auf reines Nadelholzmulch zu achten. Wir taten es, und es funktionierte einigermaßen... aber längst nicht optimal. Wir hielten weiter Kontakt mit den Schweizer Fachleuten und erfuhren von dort weitere wertvolle Hinweise auf gut oder weniger gut erprobte Finnenbahnauflagen, die wir an unser Sportamt und somit unserem städtischen Bauhof weitergaben. Endlich fanden wir die für unsere am Feuchtgebiet liegende Finnenbahn richtige Auflage, die nicht mehr aus Mulch sondern aus kleingeschnitzelten Nadelholzschnitzeln bestand. Die leidigen Probleme mit dem Versumpfen der Finnenbahn bei langanhaltenden Regenwetterperioden gehörten damit der Vergangenheit an…. dachten wir.

Doch wie das manchmal so ist, wurde bei einer Neuschüttung der Finnenbahn nicht mehr die bewährten Holzschnitzel eingebracht, sondern übliches Rindenmulch. Als wir, die Läufer, das feststellten, war es bereits zu spät für ein mögliches Eingreifen unsererseits. Die Bahn war über ihre volle Länge mit falschem Mulch neu geschüttet. Da zu dieser Zeit so etwas wie eine wetterliche Trockenperiode vorherrschte, zeigte die fehlerhafte Finnenbahn-Neuschüttung zuerst noch keine negativen Auswirkungen. Dann aber, als der vergangen Spätsommer sehr nass wurde und während des 23. Finnenbahn-Meetings zusätzlich noch heftige Regenschauer niederprasselten, war das Unheil mit der Finnenbahn perfekt. In wenigen Stunden nur war die Bahn in dem schlechtesten Zustand ihrer 25-jährigen Geschichte. Die Finnenbahnläufer/innen haben entsprechend gelitten.

In diesem Frühjahr wurde die Finnenbahn wieder mit dem bewährten Holzschnitzelbelag neu geschüttet. Sie ist jetzt zwar für schnelles Laufen noch ein wenig weich, wird sich aber erfahrungsgemäß bis zum 24. Finnenbahn-Meeting entsprechend „setzen“, so dass wir auf besten Meeting-Bedingungen hoffen können.

In einer Schlammschlacht wird das kommende Finnenbahn-Meeting also nicht mehr enden.